»Blättern ist die natürlichste Art des Wischelns.«

Schreiben—-Textarbeit • Leseproben

 


Heimat am Horizont – alles wird gut.

Wer im Großraum Köln mit dem Auto unterwegs ist, fragt sich nicht so sehr, ob er mehr im Norden oder Süden ist. Besonders mit dem Navi spielen die Himmelsrichtungen keine Rolle mehr. Man fragt sich bloß: Wo steht der Dom?
——Die mächtige Baumasse des Doms auf der linken Rheinseite bildet den Nabel des rheinischen Universums. Aus welcher Richtung und wie viele Male auch immer der Kölner um den Autobahnring auf die Stadt zufährt – jedes Mal hofft er oder sie auf ein Zeichen, auf das immer wieder überraschende und so wohltuend zuverlässige Wiederauftauchen der beiden Turmspitzen in etwa 157 Metern Höhe. weiterlesen
A. P., Monumente-Edition Köln


Das Mainzer Rathaus von Arne Jacobsen

»Schon damals, als Jugendliche, als ich für ABBA schwärmte, gestreifte Hosen mit weitem Schlag trug und die Küchenfliesen mit Pril-Blumen beklebte, besichtigte ich unser nagelneues Rathaus – und war hin und weg!«, so erinnert sich eine Beschäftigte der Stadt, deren Büro im Rathaus einen weiten Blick auf das Rheinpanorama ermöglicht. Damals zählte sie zu jenen 50.000 Bürgern, die sich 1974 bei der Eröffnung in den neuen Rathausfluren drängten. Heute leiden manche ihrer Kolleginnen darunter, dass sie die Fenster nicht öffnen können.weiterlesen
A. P., Monumente-Edition Mainz


Fächerübergreifendes Pilgern

Was suchen die da? Dort gibt es nicht einmal ein Café, keinen Souvenirverkauf, niemanden, der einen empfängt, begrüßt, einweist, führt, an die Hand nimmt. Und dennoch: Selbst bei Regenwetter parken zehn, zwanzig Autos am Ortsrand vor Wachendorf. Die oft zu zweit oder eben in einen Pkw passenden Angereisten packen Butterbrote aus, nehmen noch einen Schluck aus der Wasserflasche, wechseln Schuhe. Während sie das Baby im Auto stillt, bereitet er schon mal Kamera, Regenjacken, Kinderwagen und Hund vor. Zentralverriegelungen surren, dann geht es los. Zu Fuß. Das Ziel im Auge.weiterlesen
A. P., Monumente-Edition Eifel



Jurytexte zu den schönsten Büchern

Um einem Manuskript die Gestalt eines Buches zu geben, braucht es im herstellerischen Tagesgeschäft eigentlich nicht viel. Buchstaben einfließen lassen, zwischen Pappen pressen, Titel auf den Schutzumschlag, drumgelegt, fertig. So wird es zwar meistens gemacht, führt aber oft zu einem Ergebnis, vor dem man sich scheut, es als Buch zu bezeichnen.weiterlesen
E. L. für die Stiftung Buchkunst

Zum Lobpreis der 25 aktuellen schönsten deutschen Bücher (auf www.stiftung-buchkunst.de)


Eine schöne Blechdose

Kaum eine Kulturtechnik bringt so viele so kurzlebige Objekte hervor wie das Verpacken von Gegenständen. Die Verpackung muss mindestens drei Funktionen erfüllen: das Transportgut schützen, hantierbar sein und in gewisser Weise über das Gut informieren. Hat sie diese Zwecke erfüllt, löst sie sich mehr oder weniger schnell in Luft (und biologisch abbaubare oder nicht abbaubare Reste) auf. weiterlesen
E. L. für die Verpackungs-Rundschau


Was will die Elzette?

Diese Zeitung erscheint in einer neuen Schrifttype, der Elzette. Nicht, weil die vormals verwendete, die alte Times New Roman eine schlechte Schrift wäre; sondern weil die Gestalt der LebensmittelZeitung insgesamt überarbeitet wurde. Den technischen Anlass gab die Verkleinerung auf ein handlicheres Format. weiterlesen
E. L. für die LebensmittelZeitung


Vor 90 Jahren: Einbauküchen

Sommer 2014. Ikea »knackt die Küchennorm« und verspricht »unendliche Gestaltungsfreiheit« durch kleinere Module. Ikeas Überarbeitung der bisherigen Normmaße und Standardgrößen kommt dem Kundenbedürfnis entgegen, noch mehr Küchengeräte dekorativ in noch mehr umbautem Stauraum unterzubringen. Die jeden Haushalt erreichende Werbung des umsatzstärksten europäischen Möbelherstellers lässt die Ursprünge der Einbauküchen in Schweden zu vermuten. Die Anfänge fest eingebauter Küchen führen jedoch nach Wien und von dort nach Frankfurt am Main, zu einer Pionierin des »Neuen Bauens«.weiterlesen
A. P. für Kunst und Küche


Verpackt, Vergessen, Wiederentdeckt

Marokkanische Teetabletts, Wasserpfeifen und Brettspiele aus Tunesien, persische Duftlämpchen und indische Kissen verwandeln heutzutage viele Privatgärten in ein romantisches Idyll. Kaum ein Mode- oder Einrichtungsmagazin mag auf das Ambiente des »oriental style« verzichten, das jeder kühlen Großstadtwohnung einen Hauch Fernweh verleiht. Dieses Domestizieren von Dingen aus anderen Kulturkreisen ist nichts Neues. Doch manchmal sind die Wege der Souvenirs aus dem »Orient« recht verschlungen.weiterlesen (auf Monumente Online)
A. P. für Monumente Online


»Fasse dich kurz!« …

… prangt in großen roten Buchstaben über dem Schreibtisch ihres zukünftigen Chefs im Frankfurter Rathaus. Die junge Wienerin Margarete Lihotzky erschrickt über diesen Spruch, als sie im Januar 1926 die Klinke zum Büro des Baudezernenten Ernst May herunterdrückt und beherzt eintritt. In diesem Augenblick kann Lihotzky noch nicht ahnen, dass ihr fast 103 Lebensjahre geschenkt würden und sie in hohem Alter als Erfinderin der Frankfurter Küche und erste Architektin Österreichs gewürdigt werden sollte.weiterlesen (auf Monumente Online)
A. P. für Monumente Online



Ostern auf Folegandros

Die ganzen Wintermonate lang ist es ruhig auf der kargen Kykladeninsel mit ihren kaum 550 Einwohnern. Wenige Tage vor Ostern öffnen sich die Fensterläden und Türen, es wird geputzt und gestrichen. Die Inseljugend rüstet sich mit Dynamitstangen, Gewehren und Munition. Dann beginnt die mehrtägige Wanderung der Ikone in jedes Haus und über die ganze Insel, begleitet vom ohrenbetäubenden Lärm der Schüsse, von Raki und vielen Köstlichkeiten. weiterlesen
A. P. und E. L. für die Evangelische Sonntagszeitung


Na, wie geht’s?

21 Kilometer zu Fuß von Praunheim nach Eppstein. Keine Wanderung – ja, was denn sonst? Ist Dein Auto kaputt? Haste kein Geld für die S-Bahn? Als Leibesübung? Oder den Enterprise-Beamer nicht gefunden? Viermal nein. Wahrscheinlich bin ich ein Mensch mit eingeschränkter Mobilität.weiterlesen (PDF)
E. L. für Forschung Frankfurt)


Die Frankfurter Küche

»Frankfurter Küche« ist die Bezeichnung für einen etwa 6,5 Quadratmeter großen Raum mit eingebauten Schränken und installierten Geräten in den 12.000 Wohneinheiten neuartiger Bauten, die das Hochbauamt der Stadt Frankfurt am Main zwischen 1925 und 1930 entwickelte und errichten ließ. Die Frankfurter Küche hat Berühmtheit erlangt, weil sie in hoher Stückzahl ausschließlich unter rationalen Gesichtspunkten entstand.weiterlesen (PDF)
E. L. in Journal Culinaire


Wieviele ›Gürzeniche‹ gibt es in Köln?

Die Geschichte des Kölner Festhauses, berühmt durch die kaiserlichen Gäste im Mittelalter, die Karnevalstradition seit dem 19. Jahrhundert und die international gewürdigte Architektur der Nachkriegszeit, läßt sich gleich viermal schreiben.weiterlesen
A. P., Festarchitektur der fünfziger Jahre / Der Gürzenich und St. Alban in Köln


Riech’ mal dieses Buch

Neulich erinnerte er sich an eine Textstelle, die er irgendwann einmal gelesen hatte. Jetzt will er sie endlich nachschlagen. Nur, wie hieß der Autor? Wie lautete bloß der Titel? Rechts unten – auf einer Buchseite irgendwo rechts unten im letzten Absatz jener Seite stand die starke Formulierung, die ihm nun lediglich als ein von ihm schlecht nachgemachter Gedanke durch den Sinn huschte.weiterlesen
E. L. für KA+Das Zeichen


Denn wo X drauf steht, ist auch Y drin

Als Pennäler hatte ich eine eigenartige Angewohnheit. Morgens war ich – aus Langeweile oder aus Neugierde – magisch angezogen von den Verpackungen der Frühstücksingredienzen. Mein Frühstück war eigentlich erst beendet, nachdem ich alle Texte, bis zum letzten Kleingedruckten samt den kryptischen Abkürzungen durchgelesen, ja durchbuchstabiert hatte. weiterlesen (PDF)
E. L. in Journal Culinaire


Deplatzierte Geschäfte

Hunde sind lieb. Oftmals sind sie vollwertige Familienmitglieder. In diesem Beitrag geht es um Marginalien im öffentlichen Raum: die Haufen Häufchen.weiterlesen
E. L.